Moin, ich bin
Michael Kranz
Wo aus Gedanken Bilder und Geschichten werden
Atelier Umwerk ist mein Ort für Bücher, Kunst und Geschichten.
Hier darf aus einem Gedanken eine Geschichte werden, aus einer Idee ein Bild und manchmal aus einem ganz kleinen Augenblick etwas, das lange bleibt.
Zwischen Nordsee, Salzwiesen und unserem alten Resthof in Butjadingen finde ich viele der Geschichten und Ideen, die später zu Büchern, Bildern und neuen Projekten werden.
Dabei darf alles seinen eigenen Weg nehmen, ohne Schablone, aber mit viel Herz und einer guten Portion norddeutscher Gelassenheit.
Mein Weg
1961 wurde ich in Oldenburg, Oldenburg, als eines von sechs Kindern geboren. Meine Kindheit war geprägt von Familie, Zusammenhalt und einem Zuhause, das für mich selbstverständlich war. Als meine Mutter starb, war ich etwa vierzehn oder fünfzehn Jahre alt. Für mich brach damals eine heile Welt zusammen. Von diesem Zeitpunkt an veränderte sich mein Leben.
Zunächst machte ich eine Berufsausbildung und holte später die mittlere Reife nach. Danach folgte die Bundeswehr. Gleichzeitig begann für mich eine Zeit, in der ich vieles ausprobieren wollte. Ich war gern unter Menschen, liebte Musik, Veranstaltungen und Reisen und hatte Freude daran, Dinge zu organisieren, Ideen umzusetzen und Menschen zusammenzubringen.
Diese Jahre waren intensiv. Es kamen Konzerte, große Veranstaltungen, Reisen und immer neue Projekte hinzu. Ich wollte wissen, was möglich ist, wenn man eine Idee nicht nur hat, sondern sie tatsächlich umsetzt. Irgendwann merkte ich allerdings auch, wie viel Kraft dieses Leben kostete. Menschenmengen, Termine, Verantwortung und ständiger Druck hatten Spuren hinterlassen.
Als später die Fischzucht in mein Leben kam, suchte ich deshalb nicht das nächste große Abenteuer. Im Gegenteil. Ich suchte Ruhe. Weniger Menschen, weniger Lärm, weniger Stress. Die Arbeit mit Tieren, Wasser und Natur fühlte sich zunächst wie ein Gegenentwurf zu den Jahren zuvor an. Dass daraus später gemeinsam mit meiner Frau wieder ein großes und erfolgreiches Unternehmen entstehen würde, konnte ich damals noch nicht ahnen.
Von Musik, Menschen und großen Ideen
Nach Ausbildung, mittlerer Reife und Bundeswehr begann für mich eine Zeit, in der ich das Leben ausprobieren wollte. Ich war gern unter Menschen, mochte Musik, Reisen und Veranstaltungen und hatte immer wieder Ideen, aus denen plötzlich etwas Größeres wurde. Gemeinsam mit meinem damaligen Freund René R. organisierte und realisierte ich mehrere Konzerte und Veranstaltungen.
Aus dieser Zeit stammt auch die Idee zu „Fisch sucht Fahrrad“, einer großen Singleparty an der Nordseeküste. Weitere Veranstaltungen und Konzerte folgten, unter anderem in der Weser Ems Halle in Oldenburg. Daneben entstanden kleinere Gigs mit bekannten Künstlern bei Ede Wolf am Rand von Metjendorf. Ich lernte dabei viel über Organisation, Werbung, Technik, Künstlerbetreuung und darüber, wie aus einer zunächst verrückt klingenden Idee am Ende eine Veranstaltung mit hunderten oder sogar tausenden Menschen werden kann.
Mein größtes Projekt dieser Zeit wurde schließlich „La Boum, die Fete“. Vier Tage lang entstand direkt am Strand von Hooksiel ein Veranstaltungsgelände, auf dem Musik, Unterhaltung und ungewöhnliche Ideen zusammenkamen. Wir entwickelten unter anderem eine Soundcheckparty, bei der Besucher für kleines Geld bereits beim Einrichten der Instrumente und der Bühnentechnik dabei sein und ihre Idole aus einer ganz anderen Nähe erleben konnten.
Am Freitag gab es Livemusik, am Samstag die große Fete. JAM FM aus Berlin übertrug damals live über Satellit. Am Sonntag wurde der Tigerenten Club von unserem Gelände aus übertragen. Auch bekannte Künstler wie Nicole und Roland Kaiser traten auf. Die Veranstaltung war ausverkauft, das Wetter spielte mit und für einige Tage schien einfach alles zusammenzupassen.
Ein Jahr später wollten wir noch größer werden. Doch diesmal zeigte die Nordsee ihre andere Seite. Das Wetter machte deutlich, wie hoch das finanzielle Risiko solcher Open Air Veranstaltungen sein konnte. Nach diesen Erfahrungen entschied ich mich, keine weiteren Veranstaltungen dieser Größenordnung mehr zu organisieren. Eine intensive Zeit ging zu Ende, aber vieles, was ich dort gelernt hatte, sollte mir später noch oft helfen: Ideen entwickeln, Menschen begeistern, improvisieren und auch dann weitermachen, wenn nicht alles nach Plan läuft.
1989: Eine Idee, die alles verändert
1989 entstand eine Idee, die meinen weiteren Weg nachhaltig prägen sollte: meine Vorstellung vom „wertvollsten Gemälde der Welt“. Es war keine Idee, die einfach wieder verschwand. Sie brachte mich dazu, mich intensiver mit Malerei, Wert, Wirkung und der Frage zu beschäftigen, was ein Bild eigentlich besonders macht.
Von da an wurde die Kunst immer wichtiger für mich. Ich malte, entwickelte neue Gedanken und begann, meinen eigenen Ausdruck zu suchen. Dabei ging es mir nie nur darum, ein schönes Bild zu schaffen. Mich interessierte vielmehr, welche Geschichte dahintersteckt, was ein Werk auslösen kann und warum manche Ideen einen Menschen nicht mehr loslassen.
Auch Reisen wurden zu einem wichtigen Teil dieser Zeit. Mallorca, Frankreich und Andalusien eröffneten mir neue Eindrücke, Farben und Lebensweisen. Ich beobachtete Menschen, Landschaften und Situationen und nahm vieles davon mit zurück. Reisen bedeutete für mich nicht nur Erholung, sondern Inspiration und die Möglichkeit, meinen Blick auf die Welt zu verändern.
Die Kunst blieb seitdem ein roter Faden in meinem Leben. Manchmal stand sie im Mittelpunkt, manchmal musste sie hinter Beruf, Familie oder neuen Aufgaben zurücktreten. Ganz verschwunden ist sie jedoch nie. Vielleicht liegt genau darin ein Teil von Atelier Umwerk: Gedanken können lange ruhen und viele Umwege nehmen, bis aus ihnen irgendwann ein Bild, eine Geschichte oder ein ganz neues Projekt entsteht.
1998: Ein neuer Lebensabschnitt
1998 lernte ich meine zweite Frau kennen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aus meiner ersten Ehe bereits drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Mit ihr begann ein neuer Abschnitt meines Lebens, der mich später in eine Welt führen sollte, mit der ich zunächst kaum gerechnet hatte.
Meine Frau kam aus einer Familie mit Fischzucht, Angelteich und Räucherei. Ihr Vater Egon brachte mir nach und nach das Handwerk bei. Ich lernte die Fischzucht von Grund auf kennen, ebenso die Verarbeitung, den Umgang mit den Tieren, das Räuchern und die vielen praktischen Abläufe, die zu diesem Beruf gehören.
Für mich hatte diese Arbeit damals etwas sehr Beruhigendes. Nach den intensiven Jahren mit Veranstaltungen, Menschenmengen, Terminen und ständigem Druck suchte ich bewusst nach Ruhe. Ich wollte weniger Lärm, weniger Hektik und einen Alltag, der stärker von Natur, Tieren und handwerklicher Arbeit geprägt war.
Was zunächst nach einem ruhigeren Lebensabschnitt aussah, entwickelte sich später erneut zu etwas Größerem. Gemeinsam mit meiner Frau machten wir uns selbstständig, gründeten eine Bio Fischzucht, schafften einen Verkaufswagen an und kauften schließlich eine Räucherei in Oldenburg. Daraus entstand über viele Jahre ein erfolgreiches Geschäft, allerdings auch eines, das uns sehr viel Kraft kostete.
Erfolg, Verantwortung und die Frage nach dem richtigen Leben
Unser Unternehmen entwickelte sich über die Jahre sehr gut. Die Bio Fischzucht, der Verkaufswagen und die Räucherei bedeuteten aber nicht nur Erfolg, sondern auch enorme Verantwortung. Arbeitstage kannten kaum noch einen Unterschied zwischen Montag und Sonntag. Im Grunde lebten wir in einem Sieben Tage Rhythmus und hatten im Jahr nur einen wirklichen freien Tag: den ersten Weihnachtstag.
Nach dem frühen Tod meines Schwiegervaters veränderte sich vieles noch einmal. Meine Frau hatte als einziges Kind das Erbe ihres Vaters angenommen und damit auch hohe Verbindlichkeiten übernommen. Gemeinsam trugen wir diese Verantwortung weiter und arbeiteten, um den Betrieb und die Verpflichtungen zu bewältigen.
Doch irgendwann stellten wir uns beide immer häufiger dieselbe Frage: Ist das wirklich das Leben, das wir führen wollen? Wir hatten etwas Erfolgreiches aufgebaut, aber gleichzeitig blieb kaum noch Raum für uns selbst. Erfolg fühlt sich anders an, wenn man keine Zeit mehr hat, ihn zu erleben.
Schließlich trafen wir eine Entscheidung, die für viele wahrscheinlich verrückt geklungen haben muss. Wir wollten aufhören. Wir verkauften, was wir aufgebaut hatten, regelten die bestehenden Verbindlichkeiten und beschlossen, noch einmal ganz neu anzufangen. Nicht größer, nicht schneller, sondern freier.
Aufbruch: Mit zwei Hunden durch Europa
Wir kauften uns ein gebrauchtes Wohnmobil, nahmen unsere beiden Hunde mit und meldeten uns aus Deutschland ab. Unser Ziel war zunächst bewusst offen: Wir wollten in Europa einen neuen Platz zum Leben finden. Nicht als Urlaub, sondern als wirklichen Neuanfang.
Die Reise führte uns durch die Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien und weiter nach Portugal. Wir lebten einfacher, waren viel unterwegs und hatten plötzlich etwas, das uns lange gefehlt hatte: Zeit. Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Beobachten und Zeit dafür, wieder genauer zu spüren, was uns eigentlich wichtig war.
Für mich wurde diese Reise auch zu einer besonders kreativen Phase. Ich malte viel und schrieb immer wieder Gedanken, Beobachtungen und Geschichten auf. Unterwegs entstand vieles aus dem Moment heraus: aus Landschaften, Begegnungen, Stimmungen und dem Gefühl, das eigene Leben noch einmal neu betrachten zu können.
In Portugal wurde ich allerdings schwer krank. Wir entschieden uns deshalb, nach Deutschland zurückzukehren, damit ich mich von einem Facharzt untersuchen lassen konnte. Der große Plan, irgendwo in Europa neu zu beginnen, wurde dadurch unterbrochen. Doch wie so oft in meinem Leben führte auch dieser Umweg an einen Ort, mit dem wir damals noch nicht gerechnet hatten.
2017: Ankommen in Butjadingen
2017 führte uns unser Weg schließlich auf die Halbinsel Butjadingen. Nach all den Jahren mit Arbeit, Verantwortung, Reisen und Veränderungen fanden wir hier einen Ort, der sich anders anfühlte. Ruhiger. Weiter. Näher an der Natur.
Die Nordsee, die Salzwiesen, das wechselhafte Wetter, die Tiere und die besondere Gelassenheit dieser Landschaft wurden für mich schnell zu einem neuen Mittelpunkt. Hier konnte ich wieder stärker das tun, was mich schon viele Jahre begleitet hatte: malen, schreiben, beobachten und Ideen entwickeln.
Aus vielen einzelnen Gedanken und Projekten entstand nach und nach Atelier Umwerk. Nicht als klassisches Atelier im engeren Sinn, sondern als Ort für Bilder, Bücher, Geschichten und neue Ideen. Manche davon entstehen aus Erinnerungen, andere aus dem Alltag, aus Begegnungen, aus der Landschaft oder aus kleinen Beobachtungen, die viele Menschen vielleicht übersehen würden.
Heute entstehen hier Romane, Kinderbücher, Illustrationen, Geschichten und Kunst. Figuren wie FRIEDA oder BUTJACULIX®, die Texte aus „Zwischen Salzwiesen und Seele“ und auch Käpt’n Wattrutscher gehören inzwischen genauso zu dieser Welt wie meine Malerei. Unterschiedliche Projekte, aber alle mit demselben Ursprung: Atelier Umwerk.
Wenn ich auf meinen bisherigen Weg zurückblicke, war vieles nicht geplant. Manche Umwege waren schwer, andere überraschend und einige haben erst viel später ihren Sinn bekommen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich heute noch immer neugierig auf neue Ideen bin. Ich bin noch lange nicht fertig.
Was ich heute weitergeben möchte
Ich bin heute an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr jedem Tempo hinterherlaufen muss. Aber das bedeutet für mich nicht Stillstand. Im Gegenteil. Ich möchte zeigen, dass Kreativität, Neugier und der Mut zu neuen Projekten kein Alter kennen.
Man kann auch später im Leben noch anfangen, etwas Eigenes aufzubauen. Man kann schreiben, malen, veröffentlichen, lernen und sich noch einmal neu erfinden. Nicht jeder Weg muss früh feststehen und nicht jeder Umweg ist verlorene Zeit. Oft sind es gerade die Erfahrungen aus vielen unterschiedlichen Lebensabschnitten, aus denen später etwas Besonderes entsteht.
Mit Atelier Umwerk möchte ich genau das weitergeben: die Freude daran, Ideen ernst zu nehmen, Geschichten zu erzählen, Bilder entstehen zu lassen und auch dann noch Neues zu wagen, wenn andere vielleicht längst erwarten, dass man sich mit dem Erreichten zufriedengibt.
Ich bin noch lange nicht fertig.
Schreib mir gern
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